Mittwoch, 30. November 2011

Adeliger Gerstensaft - Könige und Biere


Schon der große Dichter William Shakespeare erkannte und hielt für die Nachwelt fest:
»Denn eine Kanne Bier - das ist ein Königstrank. «
Goldgelb, nahrhaft und, wenn gut gebraut, auch ein unglaublicher Gaumenschmaus. Das steht auch einem König gut zu Gesicht. Doch wie ist es eigentlich um die „königlichen Bieren“ bestellt, den adeligen Gerstensäften in der Familie des Gerstensaftes?
Der bekannteste Monarch ist wohl das "König Pilsener". Es stammt aus der König-Brauerei in Duisburg-Beeck und trägt seinen Titel seit nun schon 100 Jahren. Ein echter Blaublüter ist es trotzdem nicht, denn der Namensparton und Brauereibegründer Theodor König wurde 1825 in der Bauerschaft Übbenhagen als einfacher Bürgerssohn geboren, weit davon entfernt in goldenen Windeln gewickelt zu werden. Dafür trägt nun sein Erbe, das König Pilsener, ein goldenes Mäntelchen auf der braunen Haut und ist, doch zumindest „DAS König der Biere“.



Wo ein König ist, muss es eigentlich auch immer eine Königin geben.
Die Marke WARSTEINER feiert sich selbst in der Werbung als „Eine Königin unter den Bieren“. Dieser Titel hat jedoch wieder um nichts mit der edlen Herkunft des Brauereierzeugnisses zu tun, sondern sollte schon in den 1960ern Frauen zu neuen Konsumentinnen des edlen Getränkes verführen.
Doch gibt es durchaus auch echte Titel: Das „König Ludwig Weissbier“ zum Beispiel ist ein „Bier von königlicher Hoheit“. Die Traditionsbrauerei der edlen Wittelsbacher wird auch heute noch von adliger Hand geführt. Luitpold, Prinz von Bayern, ist hier der Geschäftsführer.
Die Bayrische Bierkönigin wiederum, hat nichts mit seinem Königshaus zu tun. Zwar trägt sie ein gekröntes Haupt, doch ist sie nicht „hochwohlgeboren“ sondern ins Amt gewählt. Ein Jahr dauert ihre Regentschaft, in der die Dame im Dirndl als Botschafterin das „Bayerischen Biers“ in aller Welt bewirbt. 
Ein prima Job, das muss man ihr lassen …

Dienstag, 22. November 2011

Beck's! Der Schlüssel zum Erfolg?


Die Kunst des Bierbrauens gehört einfach zur deutschen Kultur, darauf ist man berechtigterweise stolz. Die meisten Brauereien werben deshalb gern mit einer langen Schanktradition, heimeliger Familienwirtschaft oder eben volkstümlichem Schick wie Trockenblume, Trachtenkleidung und Tonkrugmalerei.
Bei der Marke Beck‘s ist es da allerdings etwas anders – und das von Anfang an.
1873 gründete Heinrich Beck zusammen mit Lüder Rutenberg und dem Buchhalter Thomas May die Kaiserbrauerei Beck & May OHG. Das später mehrfach, darunter sogar kaiserlich, ausgezeichnete Bier war aber nicht für den heimatlichen Markt bestimmt, sondern ging als deutscher Exportschlager über die Weltmeere. Erst 1949 wurde Beck’s erstmals im Inland verkauft. Schon optisch machte das so genannte „Schlüsselbier“ auf sich aufmerksam: Mit seinem Logo von weißem Schlüssel auf rotem Grund erinnert es zwar stark an das heimische Bremer Wappen:



Doch war und ist das Bier nicht in gewöhnlichen braunen, sondern eben grünen Flaschen abgefüllt. Und das ist schon etwas Besonderes.
Die Beck‘s Brauerei wusste ihr Bier stets gut zu vermarkten. Wer heute die Website besucht, findet sich in einer trendigen jungen Welt wieder und auch Werbung für die großen Sponsorings der Marke im Bereich Funsport, Musikwelt und Events. 



Schon 1955 schaltete die Marke einen bundesweite Werbeaktion unter dem Slogan: „Beck’s (Bier) löscht Männerdurst“. 1975 wurde dieser Männerdurst in den politisch korrekteren Kenner-Durst gewandelt und 1988 endlich fährt der Großsegler Alexander von Humboldt als Werbeschiff für: „Beck’s - Spitzen-Pilsener von Welt“. Mit „Sail away“ wurde sogar ein Musikhit gelandet und „The Beck’s Experience“ wurde zu einem der beliebtesten Trinkgewohnheiten in deutschen und auch internationalen Bars. 



Wer allerdings seinen Urlaub in der Hansestadt verbringt und vielleicht sogar einen Ferienwohnung in Bremen hat, wird sich nun vielleicht wundern, wie schwierig ein Beck´s in den heimischen Kneipen zu bekommen ist. Im Beck’sund Haake-Beck Besucherzentrum kann man sich jedoch bei einer Tour durch „Museum, Rohstoffraum und Sudhaus, vorbei an Malzsilos, Gär- und Lagertanks und Labor“ auf Deutsch und Englisch über das Unternehmen informieren.

Montag, 14. November 2011

Fucking Hell – zur Hölle, ist das gut!?


Die kleine Gemeinde Fucking (ja, sie heißt wirklich so) liegt in der Nähe des Inn und hat wohl das meistfotografierteste und sehr zur Trauer zahlreicher Möchtegern-Langfinger das am besten betonierteste Ortschild in ganz Österreich. Durch die Verbreitung des ursprünglich englischen, doch heute weltweit so geläufigen wie vulgären Verbs „to fuck“ ist das eigentlich so beschauliche Dörfchen in letzter Zeit in den Mittelpunk internationaler Aufmerksamkeit gerutscht. Dabei ist der Ortsname seit dem Jahr 1070 belegt und gründet sich nicht etwa auf ein unanständiges Ereignis, sondern leitet sich vom Namen eines Adelsgeschlechts ab.
Die Bekanntheit des Örtchens nahm nun noch zu als clevere Marketingstrategen das Potential des Ortsnamen erkannten und die Biersorte „Fucking Hell“ begründeten. Auch hier wird natürlich mit dem doppeldeutigen Namen gespielt. 

(http://www.ezo-beer.com/eng/fucking-hell.htm)

Die deutsche Bedeutung des „Hellen“ aus „Fucking“ ist jedoch etwas irreführend, wird das Bier doch gar nicht in Österreich, sondern in der Brauerei Waldhaus im Schwarzwald gebraut.
Herkunft hin oder her, der Name funktioniert. Noch bevor der erste Liter gebraut war, war „Fucking Hell“ in aller Munde. Fluchen, Pöbeln  und Alkohol passen ja bekanntermaßen gut zusammen.
Doch wie steht es dabei mit dem Geschmack? Zum Pils lässt sich sagen, dass es einen Alkoholgehalt von 4,9% vol. hat und aromatisch-mild die südlichen Wurzeln im Schwarzwald spüren lässt.
Ein Kasten des Gebräus ist auf jeden Fall ein witziges Gastgeschenk und verbreitet auf der Party einfach „höllisch gute Stimmung“. Ob das dann am Namen, dem Geschmack, dem Alkohol oder der Mischung aus allem liegt ist ja wohl „verdammt noch mal“ egal…

Freitag, 4. November 2011

Duff-Beer


Moe schenkt aus, Homer trinkt, Barney trinkt noch mehr und alles kulminiert in einem herzhaften Rülpser. Die Zutat zu einem gelungenen Kneipenabend in Springfield ist dabei ein frisches „Duff- Beer“. 



Doch während das Brauerzeugnis lange Zeit nur den Figuren von Matt GroeningsKultserie „Die Simpsons“ zugänglich war, können es sich nun auch eingefleischte Fans schmecken lassen.
Doch keinen Sorge, vom Duff-Bier bekommt man weder gelbe Haut noch Haarausfall, denn das Bier stammt nicht aus der Nähe des unfallgefährdeten Atomkraftwerks von Springfield, sondern ist (zumindest hierzulande) ein mildes Lagerbier, gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot in der Eschweger Klosterbrauerei. Dass allerdings der eigene IQ nach erhöhtem Biergenuss nicht doch ein wenig auf das „Homer- Niveau“ abrutscht, kann nicht versprochen werden, denn immerhin hat das Gebräu einen Alkoholwert von 4,9 % vol.
Auch der Serienvater hat bei der Namensgebung von „Duff“ (von engl.: „wertlos, dumm, inkompetent“) und dessen Pendant „Fudd“ (von engl.: to fuddle, „sich volllaufen lassen“) eine gedankliche Eselsbrücke zum „Blausein“ geliefert, obwohl es den Umständen entsprechend hier wohl eher als „Gelbsein“ betitelt werden müsste.

(Wikimedia Commons, MoRsE)

Doch hat das reale Duff-Bier sonst nicht viel mit dem Serienprodukt gemeinsam, nicht einmal den Segen des Erfinders. So mussten bislang zahlreiche „Duffbeer“ Produktionen eingestellt werden, da Twentieth (20th) Century Fox Film Corporation und der Matt Groening Productions Inc. dagegen klagten. Auch die deutsche Variante ist leider ein unlizenziertes Bier, obwohl die Vertreiber den Humor der Serie übernommen zu haben scheinen, indem sie minderjährige Besucher ihrer Homepage an einen Milchvertrieb weiterleiten. Auch die USA kommen nicht in den Genuss des „Duff“: Sie müssen mit einem alkoholfreien Energydrink in Duff- Dosen vorlieb nehmen. Ich hoffe sie nehmen´s mit Humor.