Freitag, 28. Oktober 2011

Das Bierbike


Don´t Drink and Drive! Betrunken darf nicht am Straßenverkehr teilgenommen werden, weder am Steuer eines Autos, noch im Fahrradsattel.
Anders ist  es da beim so genannten „Bierbike“. Hier wird der Fahrer nämlich vom Veranstalter gestellt und bleibt während des gesamten Vergnügens natürlich hundertprozentig nüchtern.
Ansonsten funktioniert das urige Gefährt ähnlich wie eine Art Massen-Tandem: Einer lenkt, (fast) alle müssen strampeln – und natürlich trinken. Die Sitze sind kreisförmig um den Mitteltisch angebracht, so ist es möglich, dass die Teilnehmer dieser ungewöhnlichen Fahrradtour sich jederzeit ansehen und ganz entspannt ihr Bier oder Softgetränk (das Bike gibt es auch alkoholfrei) wie auf einem Tresen abstellen können.
Um die Laune anzuheizen, verfügt das Gefährt über einen Musikanlage und ist außerdem überdacht, sodass  der sowieso schon feuchtfröhliche Spaß nicht durch einen Wetterumsturz getrübt werden kann.
Damit sich niemand verletzt, darf die Tour nur nüchtern gestartet werden und der so genannte „Ehrenkodex“ verbietet Pöbeln, Wildpinkeln und das Behindern der Passanten. 



Doch trotz des strengen Reglements ist das Bierbike natürlich eine Partylocation. Vor allem für Feiern unter Kollegen und Junggesellenabschiede wird es gern genutzt.
Die etwas andere Kneipentour ist in sehr vielen großen Städten zu buchen, wie zum Beispiel in München, Kiel, Mainz, Köln, Nürnberg oder Stuttgart. Den Besonderheiten der Region entsprechend ist in Frankfurt auch eine Tour mit dem „Äpplerbike“ zu mitten und in Freiburg rollte das „Weinbike“ durch die Straßen. Auch International hat sich der Spaß mit der rollenden Theke bereits verbreitet.
Also, wer noch eine Idee für die nächste Geburtstagsfeier, die Vatertagstour oder generell eine witzige Urlaubsaktivität sucht: Wie wäre es mit Bierbiken?

Freitag, 21. Oktober 2011

Oktoberfest - Das Wiesnbier


Das bayrische Oktoberfest hat Kultstatus und ist auf der ganzen Welt als typisch deutsches Fest bekannt. In Kanada, Brasilien und sogar Asien hat es reichlich Nachahmer gefunden, doch das Original ist einfach unvergleichlich, genau wie der Geschmack der „Wiesenbiere“.
Dieses spezielle Bier, die „Wiesn Märzen“,  enthält mehr Stammwürze und einen höheren Alkoholgehalt und wird heute extra für dieses riesige Fest gebraut. 

(Beispiel eines Märzenbiers der Brauerei Dinkelacker)

Dabei war es in früheren Zeiten genau umgekehrt der Fall, dass einige Oktoberfeste in Bayern gefeiert wurden, um das eingelagerte Märzenbier vor dem Anfang der neuen Brausaison aufzubrauchen.
Anlässlich der Hochzeitsfeier des bayrischen Kronprinzen Leopold im Jahr 1810 fand in München auf der Theresienwiese jedoch ein Pferderennen statt – und das Oktoberfest, wie es heute bekannt ist, war geboren.
Auftakt des Oktoberfests ist traditionell der Einzug der Wiesnwirte. Die Münchner Brauereien Spaten-Franziskaner-Bräu, Augustiner, Paulaner, Hacker-Pschorr, Hofbräu und Löwenbräu sind sogar mit eigenen Festzelten vertreten.  Um Punkt 12 Uhr schließlich sticht der Oberbürgermeister im Schottenhamel-Festzelt das erste Bierfass an und das größte Volks- und Bierfest der Welt ist eröffnet. 

 (Wikimedia Commons, Urheber: senator86)

Jährlich vergnügen sich über sechs Millionen Besucher auf dem Gelände. Neben den großen Festhallen, die die Zelte ja vielmehr sind, locken halbe Hähnchen, Kutschen, Lebkuchenherzen und Karussellfahrten Menschen jeden Alters und aus „Allerherrgottsländer“ auf die Wiesn. Dabei setzt sich der Trend zur Tracht durch. Wer zünftig seine Maß genießen möchte, die übrigens ein stolzes Sümmchen kostet, sollte in „feschen“ Lederhosen, beziehungsweise hübschen Dirndln, erscheinen, wenn es wieder heißt:  „O’zapft is!“
Tipp: Zur Oktoberfestzeit sind die Hotels und Herbergen der Stadt restlos ausgebucht. Wohl dem, der rechtzeitig daran gedacht hat sich nach einem Urlaub in einerFerienwohnung zu erkundigen.

Dienstag, 11. Oktober 2011

Berliner Weiße

Als ich das erste Mal eine „Berliner Weiße“ vorgesetzt bekam, war das in der Küche meiner Oma. Ich wunderte mich doch sehr über dieses rosige und wohl doch irgendwie alkoholhaltige Getränk im schalenförmigen Glas. So ein „bunt- lecker-trendiger Cocktail mit Strohhalm“ aus Omas Hand mit einem merkwürdigen Name und ein gemütlicher Abend... Tja, damals hatte ich wohl den „Schuss“ nicht gehört…

Eigentlich ist das so genannte Schankbier aus Gersten- und Weizenmalz schon ein echt alter Hut. 1526 versuchte Cord Broihan in Halberstadt das damals sehr süffige Hamburger Bier nachzuahmen. Sein „Halberstädter Broihan“ war daraufhin bald in aller Munde, was wiederum die Berliner Brauer zu einer weiteren Verbesserung anregte. Ihr „Berlinisches Weizenbier“ entwickelte es sich zum Lieblingsgetränk der Berliner Bevölkerung und um 1800 schien „janz Berlin eene Kneipe“.

(Wikimedia Commons, Urheber: Wusel007)

Über 700 Weißbierlokale bekämpften zu dieser Zeit den Durst und brauten das, was die Soldaten Napoleons zum „Champagne du Nord“ erkoren. Allerdings trank man da die leicht säuerliche „Weiße“ noch pur. Allerhöchstens „mit Strippe“, das heißt mit Kümmelschnaps oder Korn. Der Berliner Brauer Josty soll dem Bier erstmalig Kräuter beigegeben haben. Aus dem grünen Waldmeisterblättern wurde dann später Himbeer- oder Waldmeister-Sirup. 
Wer heut also gemütlich in seiner Ferienwohnung in Berlin Mitte sitzt oder am Abend durch die urigen Kneipen zieht, der denke an Cord Broihan, Brauer Josty und vielleicht sogar meine Oma und lässt sich dabei eine echte Weiße schmecken. 
Ob „rot“, „grün“ oder pur - hier ist definitiv für Jeden etwas dabei und somit voll zu empfehlen! 

Übrigens findet in Berlin jedes Jahr im Sommer das internationale Bierfestival statt!