Als ich das erste Mal eine „Berliner Weiße“ vorgesetzt bekam, war das in der Küche meiner Oma. Ich wunderte mich doch sehr über dieses rosige und wohl doch irgendwie alkoholhaltige Getränk im schalenförmigen Glas. So ein „bunt- lecker-trendiger Cocktail mit Strohhalm“ aus Omas Hand mit einem merkwürdigen Name und ein gemütlicher Abend... Tja, damals hatte ich wohl den „Schuss“ nicht gehört…
Eigentlich ist das so genannte Schankbier aus Gersten- und Weizenmalz schon ein echt alter Hut. 1526 versuchte Cord Broihan in Halberstadt das damals sehr süffige Hamburger Bier nachzuahmen. Sein „Halberstädter Broihan“ war daraufhin bald in aller Munde, was wiederum die Berliner Brauer zu einer weiteren Verbesserung anregte. Ihr „Berlinisches Weizenbier“ entwickelte es sich zum Lieblingsgetränk der Berliner Bevölkerung und um 1800 schien „janz Berlin eene Kneipe“.
(Wikimedia Commons, Urheber: Wusel007)
Über 700 Weißbierlokale bekämpften zu dieser Zeit den Durst und brauten das, was die Soldaten Napoleons zum „Champagne du Nord“ erkoren. Allerdings trank man da die leicht säuerliche „Weiße“ noch pur. Allerhöchstens „mit Strippe“, das heißt mit Kümmelschnaps oder Korn. Der Berliner Brauer Josty soll dem Bier erstmalig Kräuter beigegeben haben. Aus dem grünen Waldmeisterblättern wurde dann später Himbeer- oder Waldmeister-Sirup.
Wer heut also gemütlich in seiner Ferienwohnung in Berlin Mitte sitzt oder am Abend durch die urigen Kneipen zieht, der denke an Cord Broihan, Brauer Josty und vielleicht sogar meine Oma und lässt sich dabei eine echte Weiße schmecken.
Ob „rot“, „grün“ oder pur - hier ist definitiv für Jeden etwas dabei und somit voll zu empfehlen!
Übrigens findet in Berlin jedes Jahr im Sommer das internationale Bierfestival statt!
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